Montag, 15. August 2016

{Gastbeitrag} Mobbing unter Kindern und Jugendlichen

Nachdem ihr nun meinen eigenen Erfahrungsbericht zum Thema Mobbing, sowie den von der lieben Gina lesen durftet, habe ich nun einmal die andere Seite für euch. Ich habe den Andi dem ich schon länger über Twitter folge und daher weiß, dass er Erzieher ist gefragt ob er den mal "die andere Seite" beschreiben kann. Aber lest selbst. Danke für deine Mühe Andi ! 



Im Jahr 2009 begann ich die Erzieher-Ausbildung, seitdem war ich in fünf verschiedenen Einrichtungen (Kindergärten). Es kam bisher – glücklicherweise – noch nie vor, dass wir unter Kollegen/innen das Thema Mobbing (in englischsprachigen Ländern Bullying genannt) thematisieren mussten, denn bei den zwei bis sechsjährigen Kindern trat es nicht auf. Ein Grund hierfür könnte sein, dass wir es nicht so weit kommen lassen, denn die Kinder stehen während des Tagesablaufes nahezu immer unter Beobachtung. Weitere Gründe sind laut Melitta Walter, Münchner Fachberaterin für Gewaltprävention: Die Konflikte dauern nicht lange genug, um die Form von Mobbing anzunehmen (weil eben sehr zeitnah eingeschritten wird) und Vier- oder Fünfjährige seien zu solchen systematischen Handlungen noch gar nicht fähig. (1)
Anders kann es wenige Jahre später in Schulen aussehen, wie dieser Abschnitt aus dem Buch "Max in den Wolken" (2) andeutet:
"Scher dich nicht drum, Max, das lohnt sich doch gar nicht." Ich stimme ihm zu, aber trotzdem, die Ablehnung, die mir in der Schule entgegenschlägt, macht mir ganz schön zu schaffen. Mit Ausnahme von Eva scheint sich die gesamte Klasse gegen mich verschworen zu haben. Früher waren wir alle mehr oder weniger befreundet. Wann eigentlich sind sie zu Feinden geworden? Und warum überhaupt?

Ja, warum überhaupt? Die Gründe für Mobbing sind vielschichtig und komplex, rational oft nicht erklärbar. Zu den Ursachen gehören z. B. die Ausübung von Macht, ein Gefühl der Dominanz und Stärke sowie Entlastung für Aggressionen. (3)

Eine einheitliche Definition des Wortes "Mobbing" gibt es nicht, was es aufmerksamen und couragierten Lehrer/innen nicht einfacher macht situationsgerecht zu handeln und die Frage zu beantworten: Wo endet ein pubertierender Streit zwischen Kindern/Jugendlichen und wann beginnt systematisches Mobbing? Es gibt Anhaltspunkte, woran man Mobbing erkennen kann: "Ein Konflikt zwischen mehreren Schülern verfestigt sich
." / "Ein Schüler ist unterlegen." / "Es ist nicht erkennbar, wie sich der unterlegene Schüler aus der Situation selbst befreien kann." (4) Laut Dan Olweus, Professor für Persönlichkeitspsychologie, liegt Mobbing vor, sobald ein Kind/Jugendlicher wiederholte Male und über einen längeren Zeitraum negative Handlungen von einem (oder mehreren) Kindern/Jugendlichen erfährt. Im Gegensatz zu anderen Forschern sieht Dan Olweus auch einzelne schwerwiegende Vorfälle als Mobbing. (5)
Während meines Praktikums in einer Grundschule kam ich zu diesem Thema mit einem Lehrer ins Gespräch: Die schwerwiegenden Vorfälle finden heute nicht mehr sichtbar für den/die Lehrer/in statt, da sie meist über das Internet, in geschlossenen Gruppen, stattfinden. Hier dürfe sich die Schule aber nicht raushalten. Ein Beispiel für eine Mobbing-Variante (sogenanntesHappy-Slapping): Es werden Kinder/Jugendliche verprügelt oder ausgeraubt, andere filmen die Tat und stellen diese ins Internet. Das Opfer wird beim (Cyber)Mobbing permanent beleidigt, verleumdet oder bloßgestellt. (4) Bedauerlicherweise kein Einzelfall, denn es sind 500.000 Schüler/innen und damit fast jede deutsche Schulklasse von Mobbing betroffen. (6)
Ich selbst habe noch keine Erfahrung mit dem Handeln bei Mobbing, es gibt aber einige Möglichkeiten zur Prävention bzw. wenn dies nicht gelingt Intervention, die im Buch "Superlehrer + Superschule = supergeil" (4) erläutert werden:
- Mit der Klasse ganz konkrete Verhaltensregeln aufstellen, die jeder Schüler einmal jährlich unterschreibt.
- Diverse Angebote wie Anti-Mobbing-Koffer, Anti-Mobbing-Fibel (7), Materialien für Filmprojekte oder Theaterstücke nutzen.
- Eine Möglichkeit sind anonyme Fragebögen, um die Atmosphäre in der Klasse zu erfragen (Ich habe selbst schon Cybermobbing erlebt / Ich habe beobachtet, wie jemand gemobbt wurdeSo schätze ich die Situation in unserer Klasse ein).
- Den Eltern mitteilen, dass sie jeden Mobbingverdacht sofort dem Klassenlehrer / Vertrauenslehrer mitteilen sollen sowie enge Zusammenarbeit mit den Eltern.
- Gerade bei Cybermobbing können auch harte Maßnahmen wie Handyverbot in der gesamten Schule helfen.
- Schulausschluss für den Mobbenden (wird in einer Schulkonferenz beschlossen)

Jede/r Mobbing-Betroffene/r weiß, wie grausam es ist, tagtäglich gedemütigt zu werden. Es ist überaus wichtig, alle Anstrengungen zu unternehmen, dass Mobbing nicht auftritt bzw. Mobbing zu unterbinden.

Donnerstag, 4. August 2016

[Gastbeitrag] Mobbing? Sowas macht er nicht!

Nachdem sich meine letzen Beiträge um das Thema Mobbing und Selbstfindung gedreht haben und ich finde, dass dieses Thema viel zu oft nicht besprochen wird, fragte ich bei Twitter in die Runde ob den jemand gerne etwas zu dieser kleinen Reihe beitragen würde. die liebe Gina  von Sneaker 'n' Lipstick  meldete sich und teilt ihre Erfahrungen in folgenden Text. Danke ! 


Mobbing? Sowas macht er nicht!“

Ich habe sehr lange überlegt wie ich diesen Gastbeitrag hier starten möchte und so wirklich bin ich noch auf keinen grünen Zweig gekommen. Beim Thema Mobbing kannst du nicht so einfach mal anfangen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Du gehst erstmal in dich, versuchst die Erinnerungen hochzuholen ohne, dass sie dir noch mal wehtun und reflektierst dein eigenes Verhalten noch mal.

Ich möchte nicht von mir behaupten ich hätte nie jemand etwas Böses gewollt oder gesagt. Egal ob man sich in der Vergangenheit mal auf Twitter mit ein paar Youtuber-Groupies angelegt hat oder einem Kollegen unmissverständlich klargemacht hat, dass man Ihn nicht ausstehen kann. Wie es in der Bibel schon steht „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ 
Keiner ist vollkommen unschuldig, aber damals, als ich es noch war mit circa 8 Jahren in der dritten Klasse, war es noch das harmloseste mit Steinen beworfen zu werden. Wenn ich an die Zeit zurückdenke habe ich heute, 16 Jahre später nur noch die Erlebnisse in Erinnerung die quasi den Anfang und das Ende dieser Zeit geprägt haben.
Angefangen hat alles als Mobbi (ich nennen ihn jetzt einfach  mal so) mir auf einem Schulausflug mein neues Paar rote Stiefel kaputt gemacht hat. Ich weiß heute noch welchen Wert sie für mich hatten und wie schlimm es war, dass er mir so lange auf die Hacken getreten ist, bis sich die Sohle gelöst hat. Ab diesem Zeitpunkt war so ziemlich jeder Tag bis zum Ende der Grundschulzeit für mich die persönliche Hölle auf Erden. Es folgten zahlreich ausgerissene Haarbüschel, geklaute Stifte und Schulsachen und Worte, die viel mehr schmerzten als alles was mir körperlich zugetragen wurde.
Am allermeisten schmerzte jedoch, dass von der Klassenlehrerin verleugnet wurde was er tat. Vielleicht weil seine Mutter im Elternbeirat saß, vielleicht. Es war jedoch kein Geheimnis, dass er ein Bulli war. Ich weiß bis heute nicht warum er in Schutz genommen wurde. Aber in der Schule half mir keiner. 1996 gab es das Wort Mobbing in den Schulklassen noch gar nicht. Da wurden solche Dinge als Kleinigkeit abgewinkt. Meine Eltern waren hilflos und ich tröstete mich mit Süßigkeiten und dem RTL2 Mittagsprogramm bis ich am nächsten Morgen wieder mit Bauchschmerzen vor der Schule stand.

Das Ende nahte dann erst in der 9./10. Klasse als der Bulli weiblich wurde und die pubertären Emotionen des Öfteren überschwappten. Der Punkt der für mich bedeutete, dass ich mir nichts mehr im Leben gefallen lassen werden war, als nach einer Projektarbeit die Beurteilungen verkündet wurden. Im  Team mit Madame Bulli, ihr war ihre Gruppennote wohl nicht gut genug, ging es vor die Tür. Die Deutschlehrerin stand mit uns im Kreis und Fräulein ging auf mich los, drohte mir Schläge an und meinte „wenn du willst kann ich dir hier gleich die Fresse polieren“.
Sie wurde natürlich für Ihre Worte dementsprechend bestraft, doch an diesem Punkt hatte Sie sich nur noch mehr auf mich eingeschossen und so ging der Psychoterror los der sich in Form von Gerüchten, Zwischenrufe bei Referaten usw. äußerten. Meine Devise war, zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Zumindest währen den 8 Stunden Unterricht. Zu Hause weinte ich oft, weil Worte tatsächlich mehr und länger wehtun können als körperliche Angriffe.
So absurd es jedoch klingen mag, der Tag der Abschlussfeier war der Tag an dem das alles aufhörte. Die Leute die mir all die Jahre wehtaten waren nach diesem Abend aus meinem Leben gegangen und somit auch die täglichen Versuche mir das Leben zur Hölle zu machen.
Das Einzige was mich heute noch an die Zeiten erinnert ist das ein oder andere Frustkilo aus den Zeiten als ich dachte, dass mich nur Essen trösten könnte.
Wenn ich in die Zeit zurückreisen könnte und meinem Teenie ich etwas sagen könnte, wäre das eigentlich nur „halte durch und leg die Chips weg!“.

Ich weiß leider nicht wie heutzutage in den Schulen mit dem Thema umgegangen wird, jedoch zeigen mir die vergangenen Ereignisse wie beispielsweise die Amokläufe in meinem Nachbarort Winnenden oder vor kurzem in München, dass es gegen Mobbing kein Wundermittel gibt. Jeder reagiert anders darauf. Es gibt Leute wie mich, die mit der Hilfe von ehrlicher Freundschaft, Liebe aus der Familie und einem gesunden Menschenverstand darüber hinwegkommen konnten. Allerdings gibt es eben auch die Sorte „Opfer“ die Rachgelüste versprüren oder zu labil dafür sind, es zu überwinden und oftmals nur einen letzten Ausweg sehen. Ich hoffe nur, dass jeder der schon mal jemand so das Leben erschwert hat irgendwann aufwacht und realisiert, was er da mit einem Menschenleben angerichtet hat.
Bis dahin kann ich nur hoffen, dass alle die Jemals Opfer von Mobbing wurden, Ihre Lust am Leben niemals verlieren und wissen, dass auch so dunkle Zeiten irgendwann ein Ende haben.
Traut euch ruhig euch zu wehren und sucht nach Hilfe wenn ihr es nicht alleine schafft.


Dienstag, 26. Juli 2016

{Gastbeitrag] Eine Reise zu mir selbst

Seit längerer Zeit erhielt ich immer wieder sehr liebe anonyme Kommentare auf meinem Blog und vor kurzem die Anfrage einen Gastbeitrag zu schreiben. Hinter dem anonymen Kommentar versteckt sich Svenja, die mittlerweile auch Ihren Weg zu twitter gefunde hat. Ihr findet ihr Profil hier.

Der Beitrag passt sehr gut zu der Thematik Mobbing, aufgrund dessen oftmals Selbstzweifel entstehen.  Ich sag danke und wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen. 
Für mich geht dieses Jahr ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Ich beende nämlich meine Schulzeit mit dem Abitur. Das ist, finde ich, Grund genug, diese zwölf Jahre mal zu resümieren, sich Gedanken zu machen, was denn eigentlich bleibt von dieser Zeit. Natürlich geht man in die Schule, um zu lernen, man bekommt Noten, muss mit seinen Lehrern mehr oder weniger gut auskommen - aber das ist es nicht, woran ich denke, wenn ich auf diese Jahre zurückblicke. Vielmehr habe ich festgestellt, dass meine Schulzeit in vielerlei Hinsicht eine Reise zu mir selbst war. Ich habe viel über mich gelernt, aus guten und schlechten Erlebnissen Erfahrungen gewonnen. Vor allem habe ich einiges über den Umgang mit Menschen gelernt. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich früher eine ziemliche Einzelgängerin war. Ich hatte als Kind eine lebhafte Fantasie und meistens waren meine Fantasiegeschöpfe und ich selbst mir genug. Das hat sich im Laufe der Jahre geändert. Andere Menschen nahmen nach und nach einen immer wichtigeren Part in meinem Leben ein, zeitweise sogar einen zu wichtigen. Ich habe lange Zeit versucht, es allen recht zu machen, anderen zu gefallen. Nahezu krankhaft. Ich wollte von Menschen gemocht werden, die ich nicht mal leiden kann. Und ohne einige ganz besondere Menschen hätte ich nie den Ausweg aus dieser Sackgasse gefunden. Ich habe gelernt, dass ich gemocht werde, wie ich bin. Nicht von allen, aber von den richtigen und wichtigen Menschen. Ich habe mich lange verstellt, mich hinter einer Mauer versteckt, die mir zum Schutz dienen sollte, in die ich mich aber letzten Endes selbst eingesperrt habe. In den letzten Monaten habe ich diese Mauer Stück für Stück zerschlagen. Ich bin, wie ich bin, und wer das nicht akzeptiert, der ist nicht wert, dass ich mich für ihn verbiege. Schritt für Schritt, habe ich mich von dieser Maske befreit, habe mein wahres Ich zum Vorschein gebracht. Zum Teil war ich selbst überrascht. Ich habe vieles an mir entdeckt, das ich selbst noch nicht wusste. Viele Prioritäten in meinem Leben haben sich verschoben, mein krankhafter Ehrgeiz hat sich zumindest etwas gelegt, weil ich es geschafft habe, mich selbst nicht auf Leistungen zu reduzieren. Ich bin mehr als das. Und auch wenn ich nicht immer alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe, bin ich keine Versagerin und die wirklich wichtigen Menschen haben mich deshalb nicht weniger lieb. Ich habe das Gefühl, in diesen letzten Monaten der Schulzeit eigentlich mehr gereift zu sein, mehr gelernt zu haben als in den elfeinhalb Jahren zuvor. Dabei waren es die härtesten Monate meines Lebens. Mehr als ein Mal lag ich abends in Tränen aufgelöst auf der Couch, wusste nicht, wie ich den nächsten Tag überstehen sollte. Manchmal hatte ich das Gefühl, alles wird mir zu viel, stürzt auf mich ein. Selbstzweifel gehören zu meinem Leben dazu. Anfangs habe ich versucht, sie zu verjagen, doch es ist mir nicht gelungen. Stattdessen versuche ich mit ihnen zu leben und diese Schwäche von mir in eine Stärke umzuwandeln. Mit mir selbst zu hadern, ist mir lieber als hochmütig und selbstgefällig zu sein. Ich muss nicht immer versuchen, nach Perfektion zu streben. Mir geht es dann am besten, wenn ich annehme, wie ich bin anstatt mich zu verbiegen. Hey, ich hab vielleicht nicht so viel Selbstbewusstsein, aber dafür bin ich sehr selbstreflektiert, ich bin auch nicht perfekt, aber ich gebe mein Bestes. Diese Schuljahre waren nicht immer einfach für mich, aber sie waren wichtig. Die vergangene Zeit war eine sehr lange Reise zu mir selbst, und der Weg zum Ziel war nicht immer gerade. Ich habe lange gesucht und mich manchmal dabei auch von meinem wahren Ich eher entfernt als angenähert , aber am Ende habe ich mich selbst gefunden. Ich bin wie ich bin.
Im Rückblick auf meine Schulzeit habe ich mich auch mit folgenden Fragen beschäftigt: Wie viel von diesem kleinen Mädchen, das damals eingeschult wurde, ist geblieben? Inwiefern habe ich mich verändert, weiterentwickelt? Gibt es Dinge, die ich vielleicht von meinem früheren Ich lernen kann? Bei welchen Eigenschaften bin ich froh, dass ich sie abgelegt habe? Ich habe überrascht festgestellt, dass in mir tief drinnen noch viel von diesem kleinen, schüchternen Mädchen steckt. Meine Oma hat neulich erst berichtet , dass ich in meiner Grundschulzeit nie im Mittelpunkt stand, sondern immer am Rand, und alles beobachtet habe. Ganz so ist es heute zwar nicht mehr, aber ich habe immer noch eine gewisse Scheu, wenn ich mich außerhalb meiner gewohnten und vertrauten Umgebung bewege. Es fällt mir nicht wirklich leicht, mich anderen gegenüber zu öffnen, auf andere zuzugehen, auch wenn ich im Vergleich zu damals wirklich sehr viel offener und zugänglicher geworden bin. Ich muss allerdings zugeben, dass ich damals nie jemandem etwas vorgespielt habe, sondern eben schüchtern war, was im Nachhinein besser war als die Zeit, in der ich meine Offenheit und Zugänglichkeit nur gespielt habe und in meinem Innersten noch viel schüchterner und einsamer war als damals, ich wusste es nur nicht. Außerdem muss ich mir eingestehen, dass ich damals weit weniger perfektionistisch veranlagt war als heute. Ich war mir selbst genug, heute bin ich oft unzufrieden und will mehr erreichen, besser sein. Vielleicht ist das etwas, was ich von meinem jüngeren, kindlichen Ich lernen kann. Mir selbst zu genügen. Einiges, was ich damals getan oder gesagt habe, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen oder würde es anders machen. Das ist okay, ich habe mich weiterentwickelt. Trotzdem bereue ich nichts in meinem Leben, denn wäre etwas anders gelaufen als es passiert ist, wäre ich nie zu der Person geworden, die ich heute bin und von der ich heute sagen kann: Ja! Das bin ich! "Ich warte auf Freunde, ich suche Geborgenheit. Ich teile die Freude, ich teile die Traurigkeit. Doch verlang nicht mein Leben, das kann ich dir nicht geben. Denn ich gehör nur mir. Nur mir!" (Musical "Elisabeth", "Ich gehör nur mir")

Montag, 25. Juli 2016

und dann verstehst du vielleicht..

Was treibt eigentlich einen 17jährigen dazu Menschen zu erschießen ? Sollte man unserer Regierung glauben, sind es Ballerspiele. Und ganz klar ist ja auch, der war ja psychisch krank und die Psychiater hätten das ja merken müssen.
Ich frage mich bei solchen Spekulationen immer wieder ob unsere Politiker, die solche Aussagen treffen sich ernsthaft mit  dem Begriff Mobbing auseinandergesetzt haben. Oder hat man das als sie damals noch jung waren als "einfache Hänselei" abgetan und tut das immer noch? "Kinder machen sowas eben, da muss man durch". Bei solchen Sätzen kommt es mir hoch. Wenn man sich die Lebensläufe unserer Politiker mal so anschaut, möchte ich niemanden etwas unterstellen, aber sie waren wohl eher Täter als Opfer. Aus gut situierten Familien ein recht einfaches Leben.

Was Mobbing wirklich bedeutet dass wissen die oberen 10.000 nicht. Kritische Stimmen aus der Bevölkerung werden ihnen fern gehalten durch PR Berater, wenn es zu krass wird gibt es Polizeischutz. Nur geht sowas eben nicht wenn du 15 Jahre alt bist, mitten in der Pubertät und nicht ins Raster passt.
Es geht in den Schulen längst nicht mehr nur um irgendwelche Markenklamotten. Ging es ehrlicherweise auch nie.
Der Täter hatte einen seltsamen Gang und eine komische Stimme. Die Mitschüler beschreiben ihn als komisch, als zurück gezogen. Das der "in der Klapse war" das wussten sie vielleicht nicht und wenn wäre die Ausgrenzung noch schlimmer geworden. Dass der Ballerspiele gespielt hat, dass wussten die Mitschüler schon, aber das tun viele.
Nur, diese  Ballerspiele machen niemanden zu einem Amokläufer. Zum Amokläufer machen einen die eigenen Gefühle. In der Pubertät steckend, kämpfen Jugendliche mit sich selbst. Sie wissen nicht welchen Weg sie einschlagen wollen, fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut und geraten mit ihren Eltern aneinander. Völlig normal. Was dabei nicht normal ist, ist wenn diese Jugendlichen dann noch ständig durch Mitschüler das Gefühl vermittelt bekommen du bist falsch, du bist behindert, du bist bekloppt und du gehörst nicht zu uns. Ausgegrenzt, hat man vielleicht ein paar Freunde, die die selben Probleme haben die aber den Mund gegen die "scheinbar" Coolen in der Klasse nicht aufmachen, da sie ja sonst nur noch selbst mehr Opfer werden. Es beginnt damit, dass man keinen Kommentar in der Klasse machen kann oder das irgendwer lacht, ohne das irgendwer von den Coolen einen Kommentar dazu abgibt. Es geht vielleicht weiter im Sportunterricht wo die anderen eben stärker sind als man selbst, wo die Bewegung dumm aussieht weil man ein paar Pfund zu viel auf den Rippen hat. Heimlich wird das mit dem Smartphone gefilmt, ein witziger Ton untergespielt und dann geht das ganze per Snapchat an die ganze Klasse. Fake Profile der Person unter seltsamen Namen mit bearbeiteten Bildern tauchen im Netz auf. Cyber-Mobbing zieht weite Kreise. Ist die Schule vorbei wird heutzutage im Netz weiter gemacht.
Und die Lehrkräfte? Ich erinnere mich immer wieder an eine Situation in der 8. Klasse zurück. Als ich es nicht mehr aushielt zu meiner Lehrerin ging unter Tränen sagte "Die machen sich dauernd über mich lustig und ich halt das nicht aus. " Sie schaute mich mit großen Augen an und fragte "und was erwartetst du jetzt von mir, wie soll ich dir helfen ?". Heute mache ich ihr keinen Vorwurf mehr, aber damals war ich maßlos enttäuscht. Gymnasiallehrkräfte genießen bis heute wenig bis keine pädagogische Ausbildung. Es sind krass ausgedrückt Schüler, die eben ihr Lieblingsfach studiert haben und nun lehren. Pädgogische Lernmethoden ja, der Umgang mit Konfliktsituationen, sozialpädagogische Gruppenarbeit, Gesprächsführung, Beratung alles Dinge die nicht so wichtig genommen werden in der Ausbildung. Und hier sind wir wieder bei unserer Regierung, die dann Ballerspiele dafür verantwortlich macht. Natürlich, Lehrer sollen von ihrem Fach bestmöglich Ahnung haben, nur sind Lehrkräfte nur als Wissensvermittler noch aktuell ? Ein schnelleres Turboabi ist aber wichtiger, als sich diese Frage zu stellen. Wenn der Lehrer als Wissensvermittler dienen soll, muss oder sollte jeder Klasse ein Schulsozialarbeiter zur Seite stehen, der die Zeit hat, sich intensiv mit Schülern zu beschäftigen und gemeinsam Lösungen gegen Mobbing zu finden. Eventuelle Probleme im Elternhaus können in Gesprächen mit Schülern erkannt werden und professionelle Hilfe kann gegebenenfalls eingesetzt werden.

Sich verstecken hinter dem Bildschirm, des Ballerspiels, Menschen abknallen sich einmal stärker fühlen als alle anderen- das ist in dieser Situation natürlich etwas, dass die Hemmungen mindern kann, tatsächlich in der Realität selbst schießen zu wollen. Aber es ist nicht, das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist, dass Mobbing nicht oder nur wenig beachtet wird, das Lehrkräften keine Zeit dafür eingeräumt bekommen sich mit ihren Klassen abseits von Lehrplänen zu beschäftigen und zu guter letzt, die Tatsache dass psychische Erkrankungen immer noch stigmatisiert werden als "bekloppt". Die zunehmende Ghettoisierung, die Tatsache das von den Eltern keine Aufmerksamkeit kommt, all dass sind Komponeten die einen 17jährigen zu einem Amokschützen machen. Aber sicher nicht einzig und allein Computerspiele mit Schusswaffen.

Montag, 9. Mai 2016

Weil nichts übrig bleibt.

Und was bleibt jetzt aus diesem Jahren, 
als alles noch für immer war. 
Wir waren jung, ein Leben lang. 

Wir glaubten das wir unbesiegbar waren.
Nie was bereuen, alles riskieren
und einfach so drauflos marschieren..

Und dann sitzt du wieder hier und überlegst du was zu schreiben wäre, was zu sagen wäre zu dem Verein der dir so ans Herz gewachsen ist. Dank dem du soviel nette Menschen kennen gelernt hast, so viele schöne und traurige Momente erlebt hast. Was ist da jetzt ? Wie fühlt sich das an, dieser Abstieg diese Szenen von Samstag, dieser chaotische Strudel der uns Fans und scheinbar auch die sportliche Führung immer weiter herunterreist.   Am Sonntag Abend sitze ich auf dem Balkon und schreibe meinem Freund: "Weißt du ich habe Sie aufgegeben, nach dem 4:0 gegen Augsburg, nach den Weggang von Zorniger, dachte der Abstieg wäre uns sicher, dann habe ich neuen Mut in sie hineingesetzt, war nie überzeugt von der Kramny Lösung, dachte wir hätten es gepackt und dann kamen Darmstadt, Hannover, Ingolstadt und zuletzt Dortmund und damit hab ich sie endgültig aufgegeben"
Ich erinnere mich ans Dortmundspiel wo ich meinem Bruder nach Spielende weinend in den Armen lag er mir auf den Rücken klopfte und sagt "Jenni, es ist doch noch gar nichts vorbei" -"Doch es ist vorbei, so wie die spielen wird das diese Saison nichts mehr" so oder so ähnlich habe ich zumindest geantwortet. Als ich Bremen gegen Bayern im Pokal sehe wird es mir schlecht. Gegen diese Mannschaft sollen wir also gewinnen ? Die scheinbar trotz allem noch mit stolz geschwellter Brust nach vorne prescht ? Und das soll unser Entscheidungsspiel sein ? 
Trotzdem hängt man am letzen Strohhalm Hoffnung, dass sie es nochmal schaffen sich nochmal raffen uns überraschen mit dem Fußball den dieser Kader kann. Man schaue sich nur die Spiele gegen Hertha und Wolfsburg in der Rückrunde an. 
Was ist schief gelaufen ? Ja, diese Frage stellt sich doch jeder in diesen Tagen. Seit der Meisterschaft ging es ungefähr so steil bergab wie voll Schuss auf der schwarzen Piste auf dem Feldberg.  Wir Fans haben den Charakteren vertraut und sie haben unsere Hoffnung ausgenutzt, nicht nur einmal sondern mehrfach. Ein Typ wie Robin Dutt kann vor allem eines unsagbar gut: Reden, sehr gut und überzeugend. Menschen die dies gut können, hilft diese Fähigkeit oftmals davon abzulenken was ihnen fehlt : Fachwissen und Weitblick. Es gibt kaum einen VfB Fan dem Robins Brandrede oder Zornigers Ansagen nicht Hoffnung darauf gemacht haben, das es jetzt endlich bergauf geht. Es hätte ja aber auch klappen können. Hätte.  Wir haben es uns gewünscht aus Vereinsliebe und wie sooft hat uns diese Vereinsliebe blind gemacht. Blind für die Tatsache, einen Manager sowie einen Trainer zu haben mit wenig bis keiner Erfahrung im Geschäft der ersten Bundesliga. Zu sehr hat Dutt nach der Zorniger Entlassung sein Gesicht für mich verloren, als das ich ihm irgendeinen Neuanfang zutraue.
Die Mannschaft, nun ja was soll man dazu sagen wenn ein Martin Harnik in der Woche vor dem wichtigsten Spiel seine lila Porsche abholt sich dabei fotografieren lässt und die Bilder Tage später über Facebook kursieren ? Was ist mit einem Kapitän wie Christian Gentner der in der Halbzeitpause des Bremensspiel völlig verkorkste Interviews gibt ? Einen Daniel Didavi der darauf drängt seinen Wechsel bekannt zu geben um "wieder frei im Kopf zu sein" und dann so schlecht weiter macht wie vorher? Sinnbildlich haben sie sich auch aufgegeben, sie haben zwei Trainer zu Tode gespielt diese Saison. Irgendwann hat jeder verzweifelt gewirkt Armin Veh, Huub Stevens, Alex Zorniger und zuletzt Jürgen Kramny. Wobei die Planlosigkeit des letzeren wohl der Gipfel der Empörung sein dürfte. 
Und wie die Toten Hosen in ihrem Lied sagen, ist es jetzt die Frage was bleibt. Aus den Jahren von der Meisterschaft bis jetzt zum Abstieg. Das Spiel am Samstag war sinnbildlich, für den VfB seit langen Jahren. Man führte, hatte das Spiel in der Hand,  das glaubte man zumindest um dann nach zu lassen und mit voller Unterstützung vor einem ausverkauften Stadion erneut ins Messer zu laufen. Was dann passierte, der Platzsturm war ein Ventil der Fans um endlich rauszulassen. Um zu zeigen : Wir haben die Schnauze gestrichen voll. Natürlich ist ein Platzsturm nicht gut zu heißen, nein aber es musste eine Reaktion kommen. Sämtliche Fanforen und Quellen berichten davon, dass es gesittet zu ging. Eine ordentliche Diskussion möglich war. Allen voran stand da einer, der am allerwenigsten dafür konnte: Kevin Großkreutz. Einen den es (wen man es bei Profifußballern so sagen darf) beschissen getroffen hat: Bei Dortmund ausgemustert, bei den Türken nicht spielberechtigt, zu uns gekommen und rangekämpft, sich verletzt und jetzt vermeintlich mit dem VfB abgestiegen. Doch er gibt nicht auf, er verspricht für unseren Verein weiter zu machen. Er, der früher beim BVB bei den Ultras stand. 
Auch ich dachte als er kam: das kann ja nichts werden und so Dinge wie lange dauert es bis er wieder Döner wirft ? Das er, der einzige ist der mir aus der Gurkentruppe so richtig ans Herz wächst wer hätte es gedacht. Er bleibt, er kämpft weiter für uns, da bin ich mir sicher das er sein Wort hält.
Wer gehen muss wird Robin Dutt sein, wird Jürgen Kramny sein und nicht zu letzt Bernd Wahler. Was ich mir wünsche was kommt ist schwer zu sagen. Ich meine, wer möchte diesen Job jetzt noch machen ? Wen bekommen wir überhaupt noch ? Eins ist klar, stimmt die Personalie jetzt nicht wird es keinen direkten Wiederaufstieg in Liga 1 geben. Wir brauchen jemanden, der seinen überzeugenden Reden Taten folgen lässt oder erst gar keine solche hält,  der alles gibt und der einsieht, wen er einen Fehler gemacht hat. 
Es bleibt, der bittere Geschmack des Abstiegs, die Tränen, die Trauer und die Wut, aber bei allem doch auch die Chance endlich neu anzufangen. In der zweiten Liga das ewige Trainerkarusell aus Rückschlägen abzustellen. Eine Mannschaft, die diesen Namen wieder mit stolz tragen darf wünscht man sich. Nur fehlt uns Fans allen noch diese Weitsicht. Der Schock sitzt noch zu tief. Wir müssen den Abstieg hinnehmen, weil uns nichts anderes übrig bleibt. 

Und manche waren nie mehr gesehen.
Und ich frage mich, wo sie heut' sind.
Auch wenn ich uns manchmal vermiss,
es war gut wie's war und es ist gut wie's ist.

Donnerstag, 21. April 2016

Chaosküche- Chocolate Cheesecake oder auch VfB-Frust-Bewältigungskuchen

Bereits vor einigen Wochen habe ich ein Rezept für einen American Cheesecake gesucht mit viel Schokolade. Ich wollte einfach mal ein anderes Käsekuchenrezept probieren und bin auf chefkoch.de auf eins gestoßen.
Da der Kuchen eine sehr hohe Kalorienanzahl hat und dank der Menge an Schokolade sehr gut gegen Frust hilft, empfiehlt er sich zur Mitnahme ins Stadion und zur Frustbewältigung nach VfB Spielen.
Also vielleicht fürs Wochenende ?! ;)

Ihr braucht:

Boden: 
25 g        Butter
225 g     Mehl
1 TL        Backpulver
250 g     Zucker
2 Pck.    Vanillezucker
2 EL        Kakaopulver
Fett und Semmelbrösel für die Form

Käsekuchenfüllung 
3 m.-große         Ei(er)
200 g     Doppelrahmfrischkäse
250 g     Sahnequark
50 g     Schlagsahne
30 g        Speisestärke

Guss: 
300 g     Schokolade, zartbitter
25 g        Kokosfett (z.B. Palmin)
200g       Sahne 

Fett und Semmelbrösel für die Form

Ich backe grundsätzlich so, dass ich erst alle Zutaten abwiege und bereit stelle. Auch die Form (normale Springform) kann schon mal vorgefettet und mit Bröseln bestreut werden. Die Butter muss geschmolzen werden. Da ist es natürlich super ne Mikrowelle im Haus zu haben. Einfach in ein geeignetes Gefäß geben und kurz reinstellen und schon habt ihr das gewünschte Ergebnis. Wichtig hier ist das der Zucker auf zweimal gebraucht einmal für den Boden und einmal für die Käsekuchenfülle. Ihr könnt also direkt Mehl, Backpulver 100g Zucker 1Päckchen Vanillezucker und Kakaopulver zusammen abwiegen (braucht weniger Gefäße ;)) Die Butter wird dann dazu gegoßen und der  Teig verknetet. Entweder Knethaken an der Küchenmaschine oder halt mit den Händen. Ich nehm immer die Hände aber jedem das seine. Der Teig wird keksartig krümelig. Ihr drückt ihn wie er ist mit den Händen in die Form, das geht ganz gut.Ob man einen Kuchenrand haben mag kann man je nach Teimenge entscheiden. Ich hab einen  dran gemacht einfach das er besser hält.  Dann kommt das ganze ein halbes Stündchen in den Kühlschrank während man die Käsekuchenmasse zubereitet. 

Hierzu werden die Eier mit den restlichen 150g Zucker schaumig geschlagen. Frischkäse, Quark und 50g der Sahne sowie die Stärke unterrühren. Vergesst um GOTTESWILLEN die Stärke nicht. Mir wäre es fast passiert und ich musst die Masse nochmal aus dem Kuchen rausleeren um die Stärke unterzurühren. Dann kann die Quarkmasse auf den Kuchen und ihr könnt das ganze bei 200 Grad (Umluft 175 Grad) ca. eine Stunde backen. Wichtig: Der Kuchen muss brutal gut auskühlen. Ich lass ihn immer im Ofen und mach die Türe einen Spalt auf, da kann er ganz langsam runterkühlen. Nach dem rausnehmen bitte nochmal ne Weile stehen lassen. Bis er wirklich komplett abgekühlt ist. 

Dann kann die Schokoschicht drauf. Hierfür als erstes die Schokolade in Stücke brechen mit der Sahne und dem Kokosfett in einem Topf bei schwacher Hitze und unter rühren schmelzen Das ganze dann 20 Minuten abkühlen und auf dem Kuchen verteilen (am Besten Tortenring drum rum oder in der Form lassen). Dann das ganze nochmal 2 Stunden in den Kühlschrank. 

Mein spezieller Tipp: Ich würde beim nächsten Mal nur die Hälfte der Schokolade nehmen da es schon sehr, sehr kompakt wird. Zudem finde ich, dass der Kuchen nach einem Tag "durchziehen" besser schmeckt wie 2 Stunden nachdem die Schokolade drauf kam. 
Ein richtiger Amerikaner würde vemutlich noch Schlagsahne dazu machen. Aber dann braucht ihr zwei Tage nichts anderes mehr essen.
Lasst es euch schmecken und viel Spaß beim nach backen. 


Montag, 11. April 2016

[Gastbeitrag] Zukunftsphobiker

Einige die mich schon länger lesen, wissen ja das ich auf Twitter aktiv bin. Ein lieber Follower hat neulich getwittert, das er auch Texte schreibt. Viel geschriebenes wird einfach nicht veröffentlicht und da war ich so frech und habe ihn gefragt ob er mir einen seiner Texte als Gastbeitrag zur Verfügung stellen möchte.
Auf Twitter findet ihr ihn unter Tobis_freakshow aber nun dürft ihr selbst lesen. 
Danke lieber Tobi und wer Lust hat mir in Zukunft was zu schreiben- darf sich gerne melden. 



Manchmal sitze ich einfach nur da und denke nach. Ich komme wegen den verschiedensten Sachen ins Grübeln. So auch über die Zukunft. Man malt sich die unterschiedlichsten Szenarien aus, was passieren könnte. Unter den positiven Gedanken verstecken sich immer häufiger negative. Der große Unterschied zwischen Wunschtraum und Realität. Es gab verschiedene Zeitpunkte in meinem Leben, an denen ich gerne gewusst hätte, wie es weitergeht. 

Einer davon war ein Abend, an dem ich beschloss, nachzusehen, wie meine Studienbewerbungen gelaufen sind. Ich loggte mich bei den verschiedenen Homepages ein, um den Status zu überprüfen. Alle Bewerbungen hatten das gleiche Ergebnis: ich wurde abgelehnt. In diesem Moment bin ich mental in ein tiefes Loch gefallen. Ich saß auf meinem Bett und konnte nicht glauben, was gerade passiert war. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was ich jetzt tun sollte. Ich konnte es einfach nicht fassen. Ich hatte Angst, dass aus mir nichts werden würde. Dass ich niemals so erfolgreich sein würde, wie ich es mir oft vorgestellt hatte: Familie, Auto, Haus. 

Eigentlich entspreche ich den typischen Eigenschaften, die dem Sternzeichen Waage zugesprochen werden: ausgeglichen & optimistisch. Den Optimismus habe ich eigentlich in meinem Leben noch nie verloren. Egal was passiert ist. Allerdings wird diese Einstellung oft von der Zukunftsphobie begleitet. Einerseits ist es gut, dass man nicht weiß, was auf einen zukommt. In manchen Situationen wünscht man sich das aber trotzdem. Oft kommen mir die unterschiedlichsten Fragen in den Sinn: Werde ich einen guten Job haben? Kann ich mir ein Auto und ein Haus leisten? Werde ich einmal eine Familie haben oder werde ich alleine mein Leben bestreiten? Diese Fragen kommen immer wieder. 

Man versucht, solche Gedanken einfach auszublenden, was leider oft nicht gelingt. Aber wenn man es schafft, dann denkt man einfach nur positiv. Immer mit der Einstellung als würde alles so werden, wie man es sich schon immer ausgemalt hat. Manchmal lösen sich die Zukunftsprobleme einfach so in Luft auf, so wie neulich. Ich packte nichtsahnend für einen Urlaub mit Freunden, als ich plötzlich eine E-Mail bekommen habe. Eine E-Mail der Uni A., im Anhang der Zulassungsbescheid für BWL. Die Nachricht, auf die ich so lange gehofft habe. Im gleichen Moment kommen aber wieder die zukunftsphobischen Gedanken: Ist das wirklich das, was ich will? Hilfe, ich muss ja dann ausziehen. Allerdings wurde dadurch ein Zweifel für die Zukunft erfolgreich gelöst. Nun spreche ich auch zu allen Zukunftsphobikern unter euch: Einfach nicht zu viel nachdenken. Ich weiß, dass es schwer fällt, immer das Positive aus der Situation zu machen, aber immer daran zu zweifeln bringt einen auch nicht weiter. Also immer dran denken: das Glas ist NIE halb leer, sondern IMMER halb voll!