Dienstag, 20. Dezember 2016

Laufwoche 5 und 6 schwarze Zeiten #teroddathon

Ich weiß nun wirklich nicht warum ich überhaupt schreibe, eigentlich wollte ich den Social Media Kram die nächsten Wochen lassen und vor allen den VfB, der mich mal wieder bitter enttäuscht hat VfB sein lassen. Einfach Ruhe einkehren lassen so kurz vor Weihachten. Allerdings fühl ich mich doch etwas in der Pflicht von meinen letzten Trainingswochen zu berichten. 
Nachdem mir mein Laufpartner am Montag absagte, trainierte ich am 5. Dezember alternativ zu Hause mit Workoutvideos von Youtube die auf Ausdauer ausgerichtet waren. Es fühlte sich einfach schlecht an gar nichts zu machen. Am Dienstag den 06.12. ging es dann aber doch noch auf die Strecke.  Wir liefen eine lockere Runde um den See, der etwas wie Mordor aussah an diesem Tag- starke Nebelschwaden hingen über dem Wasser und machten das ganze echt gruselig. In der Stirnlampe dampften meine Schatten. 5,5km standen am Ende auf der Uhr in einer 06:45 Pace. Auch damit war ich echt zufrieden. 
Mittwoch Abend ging es aufs Pferd und naja, der Herr Pferd ist oft nicht so einfach. Er ist ja auch noch jung. Im Endeffekt kämpfte ich eine Stunde lang ganz schön mit ihm. Als mir nach innen zog und an de Tür abhaute merkte ich schon wie mir irgendwas in meinem Nacken plötzlich unangenehm wehtat. Nach dem Absteigen war der Schmerz vergessen und auch am nächsten morgen spürte ich erst mal nichts. Dies sollte sich auf dem Weg zur Arbeit leider ändern. Ich sah plötzlich kleine Flimmerpunkte vor den Augen und bekam starke pulsierende Kopfschmerzen. Man muss dazu sagen: Ich bin Migräne geplagt und bei Verspannungen im Nacken plus Stresssituationen kann diese zuschlagen. Das kommt maximal zweimal im Jahr vor und an diesem Tag war es soweit. Ich drehte um und machte mich auf den direkten Weg zurück ins Bett. Nach ein paar Stunden Schlaf ging es mir besser und ich begann damit den Kreislauf wieder etwas in Schwung zu bringen. Des weiteren halfen mir Übungen mit der Black Roll und Nackenentspannungsübungen. Trotzdem wollte ich kein Risiko gehen und lies die Einheit freitags sicherheitshalber aus. Das Pferd war glücklicherweise freitags auch geimpft worden und donnerstags ritt ihn eine liebe Freundin. Samstags hatten der Freund und ich uns einen schönen Tag geplant. Weihnachtsmarkt und letzte Geschenke besorgen in Stuttgart und Ludwigsburg. Aber sonntags wollte ich dann unbedingt wieder raus auf die Strecke. Das Wetter spielte super mit und so ging ich seit längerem mal wieder alleine los. Motiviert von den KoBolt Teilnehmern in der Twitter Timeline beschloss ich irgendwann mitten in meinem Lauf- heute machst du mal 7km. Was war ich stolz als ich komplett außer Puste beim Freund zu Hause ankam und 7,2km in 48:59 min geschafft hatte. Wieder eine Durchschnittspace unter 7 Minuten ! Juhuu. Montags dann das VfB Spiel. Ich merkte schon vor dem Spiel dass es mir im Magen rumfuhr, hatte den Tag kaum was gegessen war auf der Arbeit im Stress gewesen und das musste ich dann leider büsen. Anfang der zweiten Halbzeit spürte ich kalten Schweiß und leichten Schwindel und wollte nur noch eins: Raus aus dem Block. Im A-Block angekommen versorgte mich mein Herzmann mit Pommes, Pizza und Cola und nach kurzer Zeit ging es mir schon wieder  besser. Trotzdem folgte eine kurze Nacht, ich fand in keinen ruhigen Schlaf, dachte immer wieder übers Spiel nach und die Arbeit. Abends ging es dann noch ne dreiviertel Stunde aufs Pferd bevor ich völlig entkräftet nach einer ausgiebigen Dusche um 20 Uhr auf der Couch einschlief. Donnerstags hatte ich einen Tag frei, glücklicherweise. Somit nutzen ich und der Mann dass sonnige Wetter und legten eine kurze Berg/Tempoeinheit hin. Knapp 4km in 24 Minuten plus ein Kilometer davon Anstieg. Ich schnaufte ganz schön. Während der Mann meinte er wäre jetzt warm. Das Wochenende stand unter keinem guten Stern. Nachdem meine Reitbeteiligung mit Hexenschuss immer noch flach liegt ritt ich in der Woche neben Dienstag  noch weitere drei mal. Samstags hatte dann noch mein Vater Geburtstag, sonntags waren wir ebenfalls zum Essen eingeladen. Ein komplett vollgepacktes Wochenende. 

Ich wollte und ich konnte nicht laufen. Mir ging es mies. Der Mann versuchte alles um mich aufzumuntern aber ich hing zu tief in meinem schwarzen Loch fest. Das ganze wurde dann auch nicht besser als der VfB am Sonntag wieder verlor. Ich fühlte mich wieder als richtiger Versager, ich hatte Zweifel am Gesamtprojekt- wie sollte ich es schaffen dieses Trainingspensum aufrecht zu erhalten und noch zu erhöhen ? Ich wollte mich nur noch verkriechen. Von Twitter verabschiedete ich mich. Ich wollte mich noch mehr negatives hören vom VfB, von der bösen Welt- es hätte und würde mich nur noch weiter runterziehen. Als ich gestern nach der Laufeinheit die Eilmeldung von Berlin aufs Handy bekam lies ich den Fernseher aus, öffnete bewusst keines der sozialen Netzwerke. Es ging nicht. Ich wusste genau es würde mich noch traurige und wütender stimmen. Der Winter nagt an mir. Ich kann die Dunkelheit nicht mehr sehen, ich ertrage meinen Job im Moment weniger den je. Es gab kurzfristig die Aussicht auf eine neue Stelle, eine Hoffnung an die ich mich wohl zu sehr klammerte und die nun wegen mehrere Gründe nicht funktioniert hat. Das Gefühl eine Maschine zu sein, nur noch zu funktionieren übergab mich in letzer Zeit häufig. Egal in welchem Bereich.  Ich hoffe die Weihnachtsfeiertage geben mir etwas neue Kraft. Im Prinzip sind meine Einheiten nicht schlecht, so liegen die Kilometerzeiten jetzt konstant unter 7 Minuten, aber im Moment ist die Angst vor dem Scheitern zu groß, als dass mich das motiviert. Seht mir nach, wenn ich nicht viel schreibe und ihr nicht viel hört. 

Ich wünsche euch und euren Familien frohe Weihnachten, hoffe ihr verbringt sie ohne Stress und Hektik. Genießt euer Leben, freut euch dass ihr am Leben sein dürft. Klopft euch auf die Schulter dafür dass ihr dieses Jahr geschafft habt und setzt euch erreichbare Ziele fürs neue Jahr. Aber vor allem kommt zur Ruhe, nehmt euch eine Auszeit und tankt Kraft. 

Auch wenn sie dich locken mit Werbung und Trends
lass dich immer gehn,
zerdreh dich nie und kipp nicht um,
auch wenn's dich zieht.

Denn die hiesige Welt dreht sich Highspeed.
Alle springen im Karree, alle wolln immer mehr.
Doch du gehst durch diese Welt extra slomo
machst dich nicht – und machst nicht alles kaputt.  (Bosse) 

Montag, 5. Dezember 2016

Laufwoche 4- Time flies #teroddathon

 Unglaublich aber wahr. Tatsächlich liegt nun bereits ein Monat Lauftraining hinter mir. Verrückt. Hätte ich am Anfang nie gedacht, dass ich das durchhalte, ist mein Laufprogramm mittlerweile irgendwie Alltag geworden. Immer wieder motiviere ich mich durch den Satz in xx Monaten läufst du Marathon, also schaffst du das doch auch locker. Ich nehme bewusst Treppen und laufe insgesamt mehr da ich mir immer denke, jeder Schritt einer der dich näher zum Marathon bringt. Merke ich irgendwas ? Nun ja, ich bin etwas weniger schnell außer Puste, ich hab viel weniger Muskelkater als früher- vor allem die Problemzone Oberschenkel gibt langsam aber sicher etwas Ruhe. 
Wie es diese Woche ging- naja über den Sonntagsbericht hatte ich ja schon geschrieben. Nach montäglichen Stadionbesuch gefolgt von akutem Schlafmangel und nach einer Stunde auf dem Pferd stand mein Laufpartner als ich zu Hause war schon bei mir vor der Türe. Na gut, schnell umziehen und los. Wir entschieden uns als erstes Mal die Steigung hinterm Haus zu nehmen am Feld entlang. Ganz schön gespenstisch wenn einem in der Stirnlampe plötzlich zwei Augen einer Katze reflektieren. Ach dunkle Jahreszeit- i fucking hate you.
Im Endeffekt tat der Lauf aber trotz allem gut. Ich freute mich auf meine warme Dusche und das warme Bett. Auf der Uhr standen an diesem Tag "nur" 4,73 km mit einer 07:05 Pace und Durchschnitspuls von 154. Wieder auf die Strecke ging es dann nach dreimal reiten diese Woche am Freitag. Mir ging es mies, ich hatte den Tag zuvor eine Absage auf eine Bewerbung erhalten von der ich mir eigentlich zumindest eine Einladung zu einem Gespräch gewünscht hätte. Hatte deshalb donnerstags viel geweint, mein Kopf tat weh, die Augen brannten. Aber frische Luft tut gut. 
Wir entschieden uns einen Teil unsere Strecke offroad zurückzulegen auf einem Trampelpfad mitten im Feld, machte Spaß ging aber auch nur weil es hell war und forderte die Beine zusätzlich. Ich spürte die Oberschenkel nach 2km es ziepte und fühlte sich schwer an, nicht unerträglich aber auch nicht optimal. Aber gut, weiter. Im Endeffekt liefen wir in 43 Minuten 6,3 km und nahmen zwei kleiner Anstiege mit. Mein Durchschnittsplus war an diesem Tag bei 157. 
Samstags war dann wie schon beschrieben Seeweihnacht, ich war noch vor dem Frühstück im Stall und lief dort schon mit dem Koppeldienst knappe 6km. Auf der Uhr standen am Ende des Tages 14.155 Schritte- und Muskelkater vom Pommes schütten. Sonntagsfrüh waren die Schmerzen in der rechten Schulter dann leider unerträglich- ungewohnte Bewegung eben. Also lies ich die Laufeinheit sein und wir machten uns einen entspannten Tag auf dem Weihnachtsmarkt. Und natürlich große Freude über die 4 Tore des VfBs ! Weiter so. 

Freitag ist mir dann nebenbei etwas aufgefallen. Ich hatte diese Woche weder Probleme mit Magenkrämpfen noch wurde mir schwindelig oder ähnliches nach dem Laufen. Ich fühlte mich echt gut. Das hat mich dann im Nachhinein doch sehr gefreut und auch dass ich einfach nach einem Lauf kein kompletter Muskelkater mehr bin sondern "locker" 5km laufen kann ist ein gutes Gefühl.
Hoffen wir mal, es geht so weiter.

Zusammengefasst:
Insgesamt war ich diese Woche 83,12km zu Fuß oder zu Pferd unterwegs (verrückt oder?) Davon waren 17,41 Laufkilometer. (Einheit von Sonntag mit einberechnet). 

Gefühlt:
Naja, bis auf diesen absolut niederschmetternden Donnerstag ganz gut. Aber das war ja nichts, dass  mit dem Laufen zu tun hatte. 

Motto der Woche:
Mit den Flügeln der Zeit, fliegt die Traurigkeit davon. 

Montag, 28. November 2016

Laufwoche 3- Alle zünden Kerzen an, ich lass Muskeln brennen.#teroddathon

So oder so ähnlich der Spruch der Woche. Am Montag hatte ich mich zum Laufen mit einem Kumpel verabredet. Die Beine waren schwer vom Nussdorflauf samstags und ich dachte mir naja ziehen wirs halt irgendwie durch und was soll ich sagen ? Vielleicht ist es gerade gut in den Muskelkater reinzulaufen oder was auch immer. Auf alle Fälle lief die Einheit total super ich hatte von Anfang an das Gefühl super in den Takt zu kommen, gut Luft zu kriegen und auch die Beine fühlten sich erstaunlich locker an. 
Wir absolvierten im Endeffekt 5,52 km in einem Durchschnittstempo von 7:04 min pro Kilometer. Danach rollte ich zu Hause die Matte aus und abslovierte noch ein bisschen muskelentspannendes Yoga. Am nächsten Morgen erhielt ich eine Nachricht von meinem Trainingspartner- Alter ich komm keine Treppe mehr hoch, hast du auch so Muskelkater. Ich musste lächeln und antwortete mit nein, ich spüre überhaupt nichts. 
Echt ein tolles Gefühl obwohl ich mich erst in Woche drei befinde wenig Muskelkater zu haben. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag stand dann das Pferd auf dem Programm. Dreimal reiten, einmal longieren inklusive längerer Läufe zu Koppeln und Paddock. Freitag wusste ich aber bereits nach dem Stall geht´s noch in die Laufklamotten. Endlich mal die Chance dank meiner flexiblen Arbeitszeiten noch im hellen auf die Strecke zu kommen- yeah. Der Kumpel von Montag hatte Feuer gefangen und war auch direkt wieder dabei und so liefen wir eineinhalb Runden um den Breitenauer See- im Winter eine wirklich schöne ruhige sowie absolut flache Laufstrecke. Im Sommer leider nur in den späten Abendstunden zu ertragen, da völlig von Touristen überbevölkert. 

(Hier noch eine kleine Werbung in eigener Sache. Nächsten Samstag & Sonntag findet dort ein wunderschöner Weihnachtsmarkt statt klickt hier für mehr Infos. Es nehmen nur örtliche Vereine teil und kleine Kunsthandwerker also nicht der übliche Weihnachtsmarktkommerzwahnsinn). 

Wir waren ziemlich schnell unterwegs. Während wir den ersten Kilometer sogar knapp unter 6 Minuten liefen, blieb auch bis auf den letzen halben Kilometer (wo wir aber auch zweimal umdrehten weil wir unsere Schnelligkeit unterschätzt hatten) alles unter den 7 Minuten. Wohoo 5,7 im 06:44 Schnitt also, der Puls auch durchgängig im für mich noch normalen Bereich. So kanns doch weiter laufen dachte ich mir. Und startete Sonntags direkt auf der gleichen Strecke diesmal mit Kumpel, Bruder und Freund wieder an unsere Lieblingsstrecke den See. Aber irgendwie wollte mein Körper gar nicht so wie ich, ich bekam total schlecht Luft und keuchte so vor mich hin, bemeckerte meine Laufpartner mit Ich hasse euch alle und ich bin so ein Versager warum seit ihr alle so fit ?. Nun ja, die letzten 2km ging dann auch mein Puls immer wieder recht hoch. Der Kaffee denn ich morgens getrunken hatte war wohl eher nichts für mich, da ich den nicht gewohnt bin. Insgesamt standen nach 43:39 min 6,53km auf der Uhr in einer durchschnittlichen Pace von 06:50 pro Kilometer, wobei Kilometer 4 und 5 leider über 7 Minuten lagen. Nach der Einheit war ich dann richtig aggro- kennt ihr dass wenn ihr eigentlich einfach mehr von euch erwartet ? Naja schnell die Füße abgekühlt und etwas Wasser ins Gesicht und ab nach Hause. Mein Kreislauf fand das alles nicht so geil mit den kalten Füßen, passte also alles zusammen. 
Gestern Abend erhielt ich dann noch eine Nachricht von einer Freundin mit der Frage wie ich es eigentlich schaffen würde soviel zu laufen und dass sie Respekt hätte, dass ich das so durchziehe. Da fühlten sich die schweren Beine gleich etwas leichter an. Es sind diese kleinen Dinge die mich immer wieder motivieren 
Die drei Einheiten diese Woche sind geschafft und heute Abend gehts zur Belohnung ins Stadion bevor es dann morgen Abend wieder auf die Strecke geht. 

Zusammengefasst:
Insgesamt standen diese Woche dann 17,75 Laufkilometer auf der Uhr. Insgesamt war ich 65,5 km unterwegs. (wobei der Lauf von gestern nicht in den Wochenkilometern erfasst ist, da die Uhr ab Sonntag beginnt neu zu rechnen) 

Gefühlt:
Soweit, so okay. Das Knie zwickte freitags etwas, aber Grünlippmuschelbalsam hat gewirkt. 

Motto der Woche:
Alle zünden Kerzen an, ich lass lieber Muskeln brennen.

Montag, 21. November 2016

Laufwoche 2- Das Bauchgefühl stimmt nicht #teroddathon

Nun befinde ich mich also schon in Trainingswoche 3. Was auch heißt, es wird Zeit euch von Trainingswoche 2 zu berichten. Und die war nun ja, schwer durchwachsen. Direkt montags hatte ich mich mit meinem Bruder zu einer kleineren Einheit verabredet. Gute halbe Stunde und schauen wie weit wir kommen stand auf dem Plan. Wir sind dann 38 Minuten gelaufen und haben 5,2 km geschafft. Wobei ich mich eigentlich durchweg gut fühlte und wir zum Schluss noch einen Berg hoch schnauften. Soweit so gut- zu Hause angekommen gings unter die Dusche und ich kochte mir ein Kännchen Ingwertee und begann mein Mittagessen für die nächsten Tage und mein Abendessen vorzubereiten.
Plötzlich überkam mich ein ekelhaftes flaues Gefühl im Magen, mir wurde kalt und irgendwie schwindelig. Was war den jetzt los ? Okay, mein ENssen war soweit fertig also aß ich zwei Toastbrötchen und Spiegelei dazu und dachte geht bestimmt wieder, hast sicher zu lange nichts gegessen. Tja. Nee leider nein, leider gar nicht. Direkt vom Esstisch bewegte ich mich auf die Couch und blieb dort erst mal in eine Decke eingewickelt liegen.
Es wurde nicht besser und so entschied ich mich dann einfach ins Bett zu liegen und versuchen zu schlafen was auch recht gut funktionierte.
Am nächsten Tag war dann alles wieder halbwegs normal und nach einer kurzen Yoga Stretching Übung am Abend war auch der Muskelkater vom Vortag passé.
Mittwoch und Donnerstag ging es dann aufs Pferd. Freitag war mein üblicher Putz-Haushalts-Einkaufs-Tag etwas verkürzt da die Arbeit einfach viel länger brauchte wie eigentlich geplant. Abends stand dann noch eine Geburtstagsfeier an, was mein Schlafpensum erheblich verkürzte. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker nämlich wie unter der Woche auch um 5:00 Uhr. Grund: Arbeit. Ich setzte mich also zwei Stunden an den Laptop und schaffte, dannach ging es in den Stall das Pferd longieren und auf die Koppel bringen. Der wöchentliche Einkauf stand auch noch an und dann machten wir uns auf den Weg zu meinem ersten richtigen Wettkampf. Der Nussdorflauf war nicht weit von zu Hause entfernt, die Strecke sah zumindest auf dem Streckenprofil einfach aus. Da gehts ein bisschen den Berg hoch, ja aber das schaffe ich schon, dachte ich. Trotzdem war ich hundemüde und überhaupt nicht laufbereit. Aber angemeldet war angemeldet und nicht hingehen, geht jetzt auch nicht.
Die Strecke gesehen und erst mal schockiert: Da gehts nicht nur ein bisschen den Berg hoch sondern der komplette erste Kilometer ist eine Steigung, und da in Runden gelaufen wird das ganze gleich zweimal. Erschießt mich auf der Stelle dachte ich mir. Zudem bekam ich Hunger. Eine Banane oder ein Apfel könnte ich noch essen meinte der Freund. Ja so ne Banane wäre was gewesen, Äpfel vertrag ich nicht. Aber das gab es weit und breit nicht und ansonsten nur Pommes und Kuchen. Also wird dass schon irgendwie gehen. Gesagt getan. Das erste Mal den Anstieg hoch verlief auch ohne Probleme ich wurde zwar von einigen Läufern überholt, aber hey- mein Tempo machen, entspannt und locker nicht zu schnell von Anfang an. Die erste Runde verlief also ohne weitere Probleme aber dann kam das zweite mal der Berg. Ich dachte, naja versuchtes mal ob du laufend hochkommst. Bei Blick auf meine Uhr war mein Puls aber plötzlich bei 180. Also mal lieber ein paar Meter gehen. Die paar Meter wurde dann der ganze Berg und oben angekommen war nur noch ein Gedanke da: Was zur Hölle tust du dir da eigentlich an ? So läufst du nie ein Marathon du Versager. Zudem begann dann mein Unterleib zu krampfen ( herzlichen Dank Mutter Natur!). Spitze, prima. Ganz toll. Naja egal es geht nur noch den Berg runter. Ich hängte mich an zwei Läufer vor mir und sagte mir die überholst du noch vor Zieleinlauf. Frustrienderweise kam noch dazu dass ich von etlichen 10km Läufern überholt wurde. Aber gut, immerhin ich lief wieder. Bauchkrämpfe ignoriert, sowas passiert beim Marathon auch und ab ins Ziel. Die zwei Jungs lies ich dann tatsächlich noch hinter mir und mobilisierte die letzen Kilometer meine Reserven. Zielzeit für 6,6km 44:43. Nun ja. Immerhin nicht mit den Nordic Walkern im Ziel.
Völlig desorientiert lief ich durch den Zielbereich lies mir einen Apfel (Warum eigentlich das ?!) , Kopfhörer, ein Wasser und ein Armband geben ( Für 6 Euro Startgebühr übrigens ne coole Sache liebe LG Nussdorf) und wartete auf den Freund der die 10 gelaufen war. Mein Puls wollte sich nicht so recht beruhigen also stellte ich mich mal vorsichtshalber in Richtung Rotkreuz. Der Mann sah im Ziel auch recht fertig aus und sagte auch was von Scheißstrecke. Gut. Beruhigt. Also erst mal duschen, warm, frisch machen Haare waschen- geil.Nicht . Aus dem Duschpils lief nur noch ein dünnes Rinnsal Wasser und das war kalt. Also kurz frisch machen, Haare nur mit Wasser auswaschen und schnell wieder unter dem kalten Wasser vor. Scheinbar einfach nicht mein Tag, nicht meine Woche- ihr kennt das. 

Zusammengefasst:
Insgesamt standen diese Woche dann 11,8 Laufkilometer auf der Uhr. Insgesamt war ich 64,29 km unterwegs.
Gefühlt:
Eher schlecht. Festgestellt dass ich vor meinen Läufen immer noch eine Kleinigkeit essen sollte, da ich sonst dannach Probleme bekomme.

Was steht nächste Woche an ?3*40 Min laufen, 3*Reiten, 2*Faszien/Stabilitätsyoga, 

Mittwoch, 16. November 2016

Laufwoche 1- Was zur Hölle mach ich hier eigentlich? #teroddathon

Nun, wie sah sie den aus meine erste Trainingswoche ? Hab ich überhaupt trainiert oder etwa gar nichts getan und  so getan als hätte es die Wette nie gegeben ? Natürlich nicht. Zum einen ist der Druck von außen schon etwas hoch (den Druck haben jetzt nicht die anderen ^^) zum anderen sind wie bereits gesagt Wettschulden für mich Ehrenschulden, deshalb wird das ganze natürlich durchgezogen.

Also schlief ich sonntags nach besagtem Spieltag sehr wenig. Ein Marathon. Wie sollte dass den Bitte gehen? Aber es würde mir ja jetzt auch nichts anderes übrig bleiben. Trotz meines neuen Trainingspensum durfte natürlich das Pferd weiterhin nicht zu kurz kommen, also ging es montags erst mal eine Stunde reiten. Des weiteren kommen im Stall natürlich auch diverse Arbeiten hinzu, Pferde von der Koppel herein holen, Box ausmisten, Sattelzeug durch die Gegend schleppen und und und. Sprich: Definitiv auch Training.
Dienstags hatte das Pferd sattelfrei, sprich ich hab ihn nur etwas longiert und hatte so noch entsprechende Energie für einen Abendlauf. Es war kalt und dunkel und die Beine zwickten vom Vortag aber nun ja. Ziel des Laufes war erst mal zu schauen, was überhaupt geht. Und nun ja- es war okay. Nach der halben Stunde standen 4,1 km auf der Uhr und ich hatte mich sogar an zwei kleinere Steigungen getraut.
Mittwochs hieß es dann wieder ab aufs Pferd. Das leider gar nicht ganz so kooperativ war, womit mich dies extra Kraft kostete- aber was will man machen. Zu Hause hieß es dann noch etwas Stabilitätstraining mit meiner absoluten Lieblingsübung dem Seitstütz. NICHT. Ich kann mich absolut nicht halten und habe glaube ich die 20 Minuten lang nur rumgeflucht.
Donnerstags hieß es dann wieder ab aufs Pferd und ich freute mich echt nach Hause zu kommen und nichts mehr tun zu müssen, da die Oberschenkelmuskeln schon sehr zwickten.
Vor allem hieß Freitag für mich wirklich FREItag. Kein Sport, nur ein Frisörtermin, einkaufen, Haushalt und Wäsche- kann ja auch nicht alles liegen bleiben.
Samstags früh wurde ich um kurz nach halb sieben wach, nach wenig erfolgreichen Versuchen wieder einzuschlafen weckte ich schließlich den Freund und zwang ihn aufs Fahrrad- Frühstück würde ja später reichen. Auf dem Plan stand Fahrtspiel, nach Gefühl das Tempo erhöhen, wieder langsam machen, mittleres Tempo, Sprints. Ja, war anstrengend. War vielleicht auch nicht die beste Idee ganz ohne Frühstück aber Spaß hats trotzdem gemacht. Auf der Uhr standen im Endeffekt 34 min in denen ich 4,7 km gelaufen bin. Dazu sagen muss man dass der erste halbe Kilometer nicht aufgezeichnet wurde weil da jemand zu doof war um auf los zu drücken. 
Außerdem habe ich diese Woche meine Ausrüstung erweitert. Beim derzeitigen Wetter empfehlen sich ja eher lange Laufsachen und ich hab nur kurze. Also zog eine weitere lange Laufhose, Funktionsunterwäsche, eine Regenjacke, eine Stirnlampe, eine Laufmütze sowie ein paar Handschuhe bei mir ein. Nicht zu vergessen meine neue GPS Uhr-  die ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk vom Freund war. Meine jetzige hatte keine Herzfrequenz/Pulsmessung und ohne diese dürfe ich nicht trainieren meinte der  Mann- hat er ja auch Recht. Ein Sachbuch über Marathon gab es auch gleich noch- happy me :)

Zusammengefasst: 
Insgesamt standen dann diese Woche also fast 9 Laufkilometer auf der Uhr. Nicht viel. Aber: Der Weg ist das Ziel und es geht jetzt erstmal um die Grundlagenausdauer. Insgesamt hat meine Uhr über die Woche 48,74 Geh- und Laufkilometer gezählt, wobei natürlich auch die Stunden auf dem Pferd als Kilometer gezählt werden. 

Offene Fragen:
Gibt es Sinn sich zusätzlich zum Muskelaufbau im Fitnessstudio anzumelden hat da jemand Erfahrung? Habt ihr  Tipps für gute Videotutorials für Stabilitätstraining ? Interessiert euch auch was ich so esse bzw. auf was ich in meiner Ernährung durch den vielen Sport besonders achte ?

Gefühlt: 
Irgendwas zwischen: Was zur Hölle mach ich hier eigentlich ? und der Weg ist das Ziel, du schaffst das. 

Was steht nächste Woche an ?
1*30 Min laufen, 2*Reiten, 1*Faszien/Stabilitätsyoga, 1*6,6km laufen (Übungswettkampf)

Montag, 7. November 2016

Wie ich eigentlich beschloss nie mehr zu laufen..#teroddathon

Eigentlich wollte ich nie mehr laufen. Im Sommer hatte ich einen Trainingsplan angefangen, von 0 auf 5km. Ich dachte mir mit Trainingsplan wird das schon besser werden und du wirst endlich mal nicht mehr laufen wie so eine Kuh auf Rollschuhen. Nun ja. Es wurde aber leider nicht viel besser. Der Muskelkater blieb. Im Kopf immer wieder der Gedanke: Warum machst du den Mist eigentlich ? Du bist so ein Versager, du wirst doch nie besser. Ich kaufte mir eine GPS Uhr um noch genauer zu sehen wie langsam ich eigentlich bin. Die ersten 5km habe ich dann irgendwann geschafft. Dann kam der Urlaub und die Hitze und  direkt danach eine Grippe die mich locker 2 Wochen flachlegte. Die neuen Schuhe, die ich übrigens sehr günstig erstand (der Schwabe freut sich), warten seitdem auf eine erste Benutzung.
Der eigentliche Tiefpunkt war aber nicht die Grippe, der Urlaub oder der Kopf der ständig: Du Versagerin rief. Der eigentliche Tiefpunkt war eine Laufveranstaltung. Um genauer zu sein der Frankfurt Marathon. Ich begleitete meinen Freund, der dort laufen würde und um mich raum waren plötzlich 15.000 Menschen die fit waren. 15.000 Menschen die hier 42 km liefen. Und da stand ich, ich diejenige die nicht mal 5km laufen konnte, ich die im Schulsport ausgelacht wurde wegen groben Untalent, ich die es mit dem Volleyball aufgegeben hatte wegen Untalent, die nie irgendetwas besonderes in Ihrem Leben konnte- nicht mal laufen.
Bewunderung löste diese Leistung in mir aus- aber auch eine große Portion ekelhaften Selbsthass. Warum bist du so ein Schwächling ? Fragte mein Kopf. Du wirst nie in deinem Leben eine Marathon laufen. Klopf deine Laufschuhe in die Tonne, Jenni du kleiner Loser das wirst du eh niemals können.
Es tat weh zu sehen wie viele Menschen sich mit eisernen Willen ins Ziel kämpften und ich war auf Jeden von ihnen unglaublich stolz- außer eben auf mich. Und meinen furchtbaren Minderwertigkeitskomplex. Nie wieder laufen. Eigentlich war das seit letzter Woche Freitag beschlossene Sache. Ein Schwächling bleibt ein Schwächling. Für immer.

 Aus Zeitmangel schaffte ich es aber an diesem Freitag noch nicht für diesen Post die richtige Worte zu finden und ihn zu schreiben.
Vielleicht war das gut, vielleicht aber auch nicht. So trug es sich zu, dass wir uns am Wochenende auf dem Weg zum Spiel unseres VfB Stuttgarts befanden, ich fuhr, mein Bruder und Freund unterhielten sich  über mögliche Spielverläufe und über die Idee nächstes Jahr in Frankfurt den Staffelmarathon zu laufen. Irgendwann fiel der Satz: Wartet ab der Terodde schießt heut 3-4 Tore. Nicht besonders überzeugt von den bisherigen Qualitäten unseres Mittelstürmers und zu sehr Ginczek-Fangirl sagte ich lapidar und ohne große Angst, dass es wirklich passieren würde: Wenn der Terodde heut 3 oder mehr Tore schießt dann lauf ich aber nächstes Jahr nen Marathon. Wäre ich besser in Stochastik, hätte ich diese Wette vermutlich auch gemacht. Immerhin standen aus 9 Spielen für den VfB bisher nur 4 Tore auf der Haben Seite von Simon. Das Spiel nahm seinen Lauf.. die 13. Spielminute und Torwartfehler der Bielefelder- Terodde hielt ich von meinem Platz aus für Insua, da eine Fahne leicht die Sicht blendete. Als ich aber sah wie der Torschütze den Arm zum Kopf führte um zum Seemansgruß ansetzte dachte ich mir- na gut, ein Tor ist kein Tor. Der wird den ja schon noch auswechseln (ja klar, weil wir ja noch fünf Mittelstürmer auf der Bank haben- nicht!). Dann die 70. Minute, ein wichtiges Tor, ein Führungstor nachdem Bielefeld ausgeglichen hatte. Kopfball. Bilderbuchmäßig.  Naja, Freude konnte man das Gefühl schon nicht mehr nennen das ich empfand. Ein paar Tränen kullerten mir die Wangen runter- es würde doch nicht wirklich passieren. Die 87. Spielminute Bielefeld drückte nach wie vor und nichts wäre mir in dem Moment lieber gewesen wie ein Tor, wegen mir hätte es Mitch Langerak persönlich schießen können.. nur nicht einer Simon Terodde. Eine letzte Flanke kurz vor Schlusspfiff von Carlos Mané. Auf Simon Terodde. 89. Minute. Tor. Ob man meine Emotionen in diesem Moment beschreiben kann weiß ich nicht. Die Hände vors Gesicht schlagend konnte ich kaum glauben, dass das gerade wirklich passiert war. Und ich realisierte: Wettschulden sind Ehrenschulden, halb Twitter weiß Bescheid und: du solltest besser auf deinen Bruder hören.

Es geht jetzt also los. Ich werde beginnen mit dem Training. Natürlich werde ich mir die entsprechende Zeit lassen, die ich brauche. Ein Marathon läuft niemand von heute auf morgen. Dazu gehört gezielter Muskelaufbau, Lauftraining und vor allem eins: die mentale Einstellung. Über eine Sache bin ich mir allerdings auch bei der ganzen Aufmerksamkeit bewusst: Ein Marathon ist kein Spaziergang, kein Ponyhof, kein Kindergeburtstag oder ähnliches. Es verlangt körperlich alles von einem und ich werde sicherlich nicht blind drauf los laufen. Belastungs-EKG, betreutes Training, Pulsuhr, ordentliche Schuhe etc. all dass wird mich nun begleiten. Und wer weiß, vermutlich werde ich Simon Terodde irgendwann dankbar sein für diese drei Tore. Den: Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennen lernen willst, lauf Marathon.


Info: Wer mir beim Training folgen will #teroddathon auf Twitter, oder unter meinem Instaccount. Des weiteren werden längere Trainingsberichte hier auf meinem Blog folgen.

Montag, 15. August 2016

{Gastbeitrag} Mobbing unter Kindern und Jugendlichen

Nachdem ihr nun meinen eigenen Erfahrungsbericht zum Thema Mobbing, sowie den von der lieben Gina lesen durftet, habe ich nun einmal die andere Seite für euch. Ich habe den Andi dem ich schon länger über Twitter folge und daher weiß, dass er Erzieher ist gefragt ob er den mal "die andere Seite" beschreiben kann. Aber lest selbst. Danke für deine Mühe Andi ! 



Im Jahr 2009 begann ich die Erzieher-Ausbildung, seitdem war ich in fünf verschiedenen Einrichtungen (Kindergärten). Es kam bisher – glücklicherweise – noch nie vor, dass wir unter Kollegen/innen das Thema Mobbing (in englischsprachigen Ländern Bullying genannt) thematisieren mussten, denn bei den zwei bis sechsjährigen Kindern trat es nicht auf. Ein Grund hierfür könnte sein, dass wir es nicht so weit kommen lassen, denn die Kinder stehen während des Tagesablaufes nahezu immer unter Beobachtung. Weitere Gründe sind laut Melitta Walter, Münchner Fachberaterin für Gewaltprävention: Die Konflikte dauern nicht lange genug, um die Form von Mobbing anzunehmen (weil eben sehr zeitnah eingeschritten wird) und Vier- oder Fünfjährige seien zu solchen systematischen Handlungen noch gar nicht fähig. (1)
Anders kann es wenige Jahre später in Schulen aussehen, wie dieser Abschnitt aus dem Buch "Max in den Wolken" (2) andeutet:
"Scher dich nicht drum, Max, das lohnt sich doch gar nicht." Ich stimme ihm zu, aber trotzdem, die Ablehnung, die mir in der Schule entgegenschlägt, macht mir ganz schön zu schaffen. Mit Ausnahme von Eva scheint sich die gesamte Klasse gegen mich verschworen zu haben. Früher waren wir alle mehr oder weniger befreundet. Wann eigentlich sind sie zu Feinden geworden? Und warum überhaupt?

Ja, warum überhaupt? Die Gründe für Mobbing sind vielschichtig und komplex, rational oft nicht erklärbar. Zu den Ursachen gehören z. B. die Ausübung von Macht, ein Gefühl der Dominanz und Stärke sowie Entlastung für Aggressionen. (3)

Eine einheitliche Definition des Wortes "Mobbing" gibt es nicht, was es aufmerksamen und couragierten Lehrer/innen nicht einfacher macht situationsgerecht zu handeln und die Frage zu beantworten: Wo endet ein pubertierender Streit zwischen Kindern/Jugendlichen und wann beginnt systematisches Mobbing? Es gibt Anhaltspunkte, woran man Mobbing erkennen kann: "Ein Konflikt zwischen mehreren Schülern verfestigt sich
." / "Ein Schüler ist unterlegen." / "Es ist nicht erkennbar, wie sich der unterlegene Schüler aus der Situation selbst befreien kann." (4) Laut Dan Olweus, Professor für Persönlichkeitspsychologie, liegt Mobbing vor, sobald ein Kind/Jugendlicher wiederholte Male und über einen längeren Zeitraum negative Handlungen von einem (oder mehreren) Kindern/Jugendlichen erfährt. Im Gegensatz zu anderen Forschern sieht Dan Olweus auch einzelne schwerwiegende Vorfälle als Mobbing. (5)
Während meines Praktikums in einer Grundschule kam ich zu diesem Thema mit einem Lehrer ins Gespräch: Die schwerwiegenden Vorfälle finden heute nicht mehr sichtbar für den/die Lehrer/in statt, da sie meist über das Internet, in geschlossenen Gruppen, stattfinden. Hier dürfe sich die Schule aber nicht raushalten. Ein Beispiel für eine Mobbing-Variante (sogenanntesHappy-Slapping): Es werden Kinder/Jugendliche verprügelt oder ausgeraubt, andere filmen die Tat und stellen diese ins Internet. Das Opfer wird beim (Cyber)Mobbing permanent beleidigt, verleumdet oder bloßgestellt. (4) Bedauerlicherweise kein Einzelfall, denn es sind 500.000 Schüler/innen und damit fast jede deutsche Schulklasse von Mobbing betroffen. (6)
Ich selbst habe noch keine Erfahrung mit dem Handeln bei Mobbing, es gibt aber einige Möglichkeiten zur Prävention bzw. wenn dies nicht gelingt Intervention, die im Buch "Superlehrer + Superschule = supergeil" (4) erläutert werden:
- Mit der Klasse ganz konkrete Verhaltensregeln aufstellen, die jeder Schüler einmal jährlich unterschreibt.
- Diverse Angebote wie Anti-Mobbing-Koffer, Anti-Mobbing-Fibel (7), Materialien für Filmprojekte oder Theaterstücke nutzen.
- Eine Möglichkeit sind anonyme Fragebögen, um die Atmosphäre in der Klasse zu erfragen (Ich habe selbst schon Cybermobbing erlebt / Ich habe beobachtet, wie jemand gemobbt wurdeSo schätze ich die Situation in unserer Klasse ein).
- Den Eltern mitteilen, dass sie jeden Mobbingverdacht sofort dem Klassenlehrer / Vertrauenslehrer mitteilen sollen sowie enge Zusammenarbeit mit den Eltern.
- Gerade bei Cybermobbing können auch harte Maßnahmen wie Handyverbot in der gesamten Schule helfen.
- Schulausschluss für den Mobbenden (wird in einer Schulkonferenz beschlossen)

Jede/r Mobbing-Betroffene/r weiß, wie grausam es ist, tagtäglich gedemütigt zu werden. Es ist überaus wichtig, alle Anstrengungen zu unternehmen, dass Mobbing nicht auftritt bzw. Mobbing zu unterbinden.